Den Sinn müssen sich die Zuschauer selber denken

Jazztrompeter MIYAKE Juns "Innocent Bossa in the Mirror"

Den Sinn müssen sich die Zuschauer selber denken

MIYAKE Jun ist einer der führenden japanischen Jazzmusiker, er wurde entdeckt und gefördert von dem Trompeter HINU Terumasa, und er absolvierte das Berkley College of Music in Boston.

Seine Fähigkeit, die verschiedenartigsten musikalischen Elemente (Reggae Backbeats unter einer Spaghetti Western Melodie, Samba und Avantgardejazz, karibische Rhythmen und traditionelle japanische Melodien) zu kombinieren, machte ihn zu einem der gefragtesten Werbemusikkomponisten. Seine Arbeiten waren so gefragt, dass er mitunter die Musik für über 200 Werbespots pro Jahr schrieb und für Auftraggeber wie Sony, Mercedes Benz, Coca Cola, Honda, Nikon, BMW, Panasonic, Minolta und 7up arbeitete. Seine Kompositionen brachten ihm auch zahlreiche Preise ein, u.a. Clio Awards, Dentsu Advertising Award, Cannes International Advertising and Film Festival.

Neben seinen Arbeiten für Film und Werbung war MIYAKE Jun immer auch ein sehr einflußreicher Jazz-Musiker bzw. -Trompeter in der Jazz-Szene von Tôkyô. Er veröffentlichte zwölf Alben und war als Gast-Solist auf Jean-Michel Jarres „Revolutions“ und Peter Scherers „Very Neon Pet“, sowie auf Seigon Onos CDs zu hören. Auch als Produzent hat er an zahlreichen Aufnahmen mitgewirkt. Das von Hal Willner koproduzierte Album „Entropathy“ von MIYAKE Jun erhielt sehr positive Kritiken: »Das ist wie Thomas Pynchon mit den Ohren zu lesen… Daneben wirken John Cages Klangkompositionen wie nette kleine akademische Übungen.« MIYAKE Juns CD „Innocent Bossa in the Mirror“ koproduziert von Arto Lindsay erschien auf dem japanischen Label BEAMS Records, einer Unterabteilung der japanischen Mode- und Designerfirma BEAMS. Auf dem gleichen Label erschienen in Japan auch seine Alben „Glam Exotica“ und „Mondo Erotica!“.

1994 war MIYAKE auch als Solist des Seigon Ono Ensembles am Montreux Jazz Festival beteiligt und spielte 2000 zu den Tanzchoreographien von Phillip Decoufle in Paris und Kyôto.

JUN Miyake
JUN Miyake Bild: (c) Tropical Music

Seit Frühjahr 2002 ist nun MIYAKEs „Innocent Bossa in the Mirror“ auf dem Markt, welches der Künstler wie folgt beschreibt: »Meine Liebe zum Verschmelzen verschiedener Musikstile hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Die Idee der Verknüpfung verschiedener Konzepte, Genres zu einem bisher unbekannten Sound hat mich bei meiner Arbeit immer am stärksten inspiriert.
Mit meinen beiden letzten Produktionen „Glam Exotica“ und „Mondo Erotica“ habe ich die Bereiche des Exotischen und Erotischen näher beleuchtet. Für die neue Produktion schien mir daher der Begriff der Unschuld (Innocence) die richtige Richtung zu sein.
Das Musikgenre, mit dem ich diesen Begriff näher betrachten wollte, war schnell klar für mich: Die Bossa Nova. Es mag natürlich merkwürdig erscheinen, wenn ein japanischer Künstler, der weder portugiesisch spricht, noch singen kann oder Gitarre spielt, sich gerade an diesem Genre versucht. Ich konnte mich dem Thema daher nur vollkommen unvoreingenommen oder besser „unschuldig“ nähern. Dafür brauchte ich einen Partner, der nicht nur singen kann, sondern auch poetische Texte in Portugiesisch schreiben kann. Außerdem musste dieser Partner meine Arbeit kennen und die nötige „Unschuld“ oder Unvoreingenommenheit mitbringen. Deshalb war Arto Lindsay die einzige Möglichkeit. Mein Freund Arto hat die wunderbare Gabe, intuitiv zu verstehen, ohne viele Worte, und als ich hörte, dass er gemeinsam mit dem neue MPB Star Vinicius Cantuaria nach Tôkyô kommen würde, da wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg war.
Wir spielten gemeinsam, und schnell war klar, dass wir auf einer Linie lagen. Ich spielte eine Gesangsstimme auf dem Keyboard zu Vincius‘ Gitarre, während Arto schon das Konzept des Albums zusammenstellte. Es funktionierte auf Anhieb, wir drei saßen gemeinsam im Studio und es entstand etwas Neues, Frisches und Unschuldiges. Weitere Musiker ergänzten die so entstandenen Stücke, und ich war mir am Ende sicher, dass ich das erreicht hatte, was ich mir vorgenommen hatte. Eine ganz eigene, persönliche Interpretation, ja eine Betrachtung der Bossa Nova.«

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