Die Wurzeln des Buddhismus

Die Wurzeln des Buddhismus

Der Buddhismus ist eine der populärsten Religionen im asiatischen Raum. Seine Ausbreitung erfolgte von Indien aus etwa seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. über China, Korea und Japan.

Als Begründer des Buddhismus gilt die Figur des Buddha, der tatsächlich etwa 560 – 483 v. Chr. gelebt hat. Siddhartha Gautama – wie sein eigentlicher Name lautete – wurde als ein Prinz geboren, wandte sich dann aber im Laufe seines Lebens mehr und mehr von den weltlichen Dingen ab und führte stattdessen ein Leben in Enthaltsamkeit und Meditation. Schließlich erlangte er die Erleuchtung, was ihm ermöglichte, sich vom fortwährenden Rad der Wiedergeburten frei zu machen und in das Nirwana (sanskr. = das Verlöschen) einzutreten. Dieser Zustand beschreibt das Aufhören des Verlangens nach Dasein und stellt insofern die Erlösung dar, als dass alles Leben nach der buddhistischen Lehre Leiden bedeutet, von dem es sich zu befreien gilt.

Die Grundlage des Lebens ist also das Leiden. Die letzte Mahnung Buddhas an seine Schüler war denn auch folgende:

Alles Bedingte ist unbeständig. Erwirkt euch das Heil.

Die heilige Lehre versteht sich daher auch als ein Heilmittel; der Buddha ist demnach ein Arzt. Das Wesentliche dieser Grundidee ist in den vier heiligen Wahrheiten zusammengefaßt, die von Buddha gelehrt wurden:

  1. Die Existenz des Leidens
  2. Die Entstehung des Leidens
  3. Die Aufhebung des Leidens
  4. Der Weg der zur Aufhebung des Leidens führt

Das Ziel der buddhistischen Lehre besteht darin, Unsterblichkeit zu erlangen und diesem Leiden zu entrinnen. Dies kann nun aber nicht in einer schlichten unendlichen Verlängerung des irdischen Lebens erreicht werden, welches schon vom Beginn an – also seit der Geburt – eng mit dem Tod verknüpft ist. Wahre Unsterblichkeit erlangt man dagegen erst mit der Aufhebung des Individuums, welche das Nirwana darstellt. Ein Individuum besteht nach Buddha aus fünf Gruppen von Daseinsfaktoren, den sogenannten Skandhas. Zu diesen Skandhas zählen:

  • Körper (rûpa)
  • Empfindungen (vedanâ)
  • bestimmte Wahrnehmungen (samjnâ)
  • Triebkräfte (sanskâra)
  • Bewußtsein (vijnâna)

Erlangt man diese Daseinsstufe dagegen nicht, droht eine erneute Wiedergeburt und damit auch neues Leiden. Es werden dabei sechs Existenzbereiche unterschieden, in welche die nicht Erleuchteten gelangen können: Es existieren demnach die Bereiche der Hölle, der hungrigen Geister, der Tiere, der zornigen Dämonen, der menschlichen Wesen und der himmlischen Wesen. Auch im Buddhismus gibt es also die Vorstellung von einer Hölle.

Der Buddha selbst kann einmal als ein menschliches Wesen aufgefasst werden, also als die historische Gestalt des Siddhartha Gautama, oder aber als eine Art geistiges Prinzip. Vielleicht kommt eine Verknüpfung dieser beiden Vorstellungen dem wahren Gedanken aber noch am nächsten. Die Lehre des historischen Buddhas ist schließlich nicht nur die Lehre eines einzigen Menschen. Ein einziges Menschenleben würde bei weitem nicht ausreichen, um diese geistige Vollendung zu erlangen. Bevor Siddhartha also ins Leben trat, war auch er schon unzählige Male wiedergeboren worden. Es wird geschätzt, dass die Vorbereitungszeit des Buddha auf die Vollendung seines Geistes umgerechnet etwa 3 mal 10 Jahre gedauert hat. Diese lange Zeit der Vorbereitung wird bei Buddha-Statuen oft durch die zur Erde weisende Hand verdeutlicht. Es leuchtet also ein, dass die Lehre des Buddha nicht von einem einzigen Menschen stammt, sondern vielmehr ein allgemeines geistiges Prinzip darstellt, zumal der Buddha in seiner menschlichen Gestalt nur ein Glied aus einer langen Reihe von „Tathâgata“ darstellt, die in allen Zeitaltern auf der Erde erscheinen und ihre Lehren vortragen.

Im buddhistischen Glauben resultiert Friedfertigkeit aus dem Glauben an die Verwandtschaft alles Lebendigen. Da jeder sowohl als Mensch oder als Tier wiedergeboren werden kann, könnte eine Misshandlung einer Fliege oder eines Pferdes beispielsweise bedeuten, dass man seine verstorbene Mutter oder eine andere nahestehende bereits verschiedene Person quält. Dies bedingt einen starken humanistischen Einfluss des Buddhismus.

Eine weitere angesehene Tugend der buddhistischen Lehre besteht im Streben nach Besitzlosigkeit und Enthaltsamkeit. Den Mönchen war es zum Beispiel nicht gestattet, Geld oder bestimmte irdische Güter zu besitzen. Sie sollten ihre gesamte Nahrung durch Betteln erwerben und durften kein eigenes Heim bewohnen oder eine Unterkunft haben. Dadurch sollten die Ansprüche heruntergeschraubt werden; die Mönche lernten also, geringere Bedürfnisse zu haben und infolgedessen auch imstande zu sein, bereits kleine Begebenheiten des Lebens zu würdigen. Andererseits konnten auf diese Weise die Besitzenden beweisen, dass sie über Freigiebigkeit – eine der höchsten Tugenden – verfügen, indem sie den Mönchen Almosen gaben. Da die Mönche angewiesen waren, jede Gabe anzunehmen ohne besondere Gemütsregungen zu empfinden oder bestimmte Almosen zu bevorzugen, sahen sich diese in einem gewissen Dilemma, wenn ihnen Fleisch geschenkt wurde, da das Essen von Tieren eigentlich nicht damit zu vereinbaren ist, jedes Leben zu achten und nicht zu seiner Zerstörung beizutragen. In diesem Fall musste also eine Ausnahme gemacht werden, doch wird sich sonst jeder streng buddhistisch Gläubige stets bemühen, auf eine vegetarische Ernährung zu achten und möglichst wenig Leben zu zerstören, etwa durch behutsames Auftreten im Wald.

Mittlerweile aber haben sich die strengen Bestimmungen für die Mönche gelockert und auch ansonsten ist die ursprüngliche Lehre des Buddhismus weitgehend modifiziert und den individuellen Bedürfnissen der Einwohner der verschiedenen Länder seines Ausbreitungsgebietes angepaßt worden. Man kann also sagen, dass der Buddhismus in seiner heutigen Form seinen Anhängern relativ viele Freiheiten lässt, zumal sich diese Glaubensrichtung oftmals mit der des chinesischen Konfuzianismus vermischt hat, welcher als sehr lebensbejahend gilt.

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