NATSUME Sôseki

NATSUME Sôseki

NATSUME Sôseki ist mehr als nur der Mann auf dem 1.000 Yen-Schein. Er gilt, wie sein Zeitgenosse MORI Ôgai, als einer der bedeutendsten japanischen Schriftsteller der Moderne.

Sôseki wurde am 9. Februar 1867 in Edo (heute Tôkyô) unter dem Namen NATSUME Kinnosuke als Sohn eines Ortsvorstehers (nanushi) geboren. Er wurde kurz nach der Geburt von SHIOBARA Masanosuke adoptiert.
Im Alter von 19 Jahren beschließt er, seinen eigentlichen Familiennamen wieder anzunehmen und heißt fortan NATSUME. In dieser Zeit macht er die Bekanntschaft mit MASAOKA Shiki, der ihn schließlich zum Studium der Literatur ermuntert. Schon ein Jahr später verwendet Natsume erstmals den Künstlernamen Sôseki. Dies im häufigen Wechsel mit dem Namen Masaoka, den er ehrenhalber verwendet.

1890 beginnt Sôseki das Studium der englischen Literatur an der Kaiserlichen Universität Tôkyô, welches er 1895 abschließt. Er wird zunächst Lehrer in Matsuyama auf Shikoku, bevor er nach einem Jahr nach Kumamoto wechselt. In diesem Jahr ehelicht er NAKANE Kyôko, mit der er drei Töchter haben wird.

Die Zeit von 1901-1903 verbringt Sôseki in London, um sein Studium der englischen Literatur auszuweiten. Nach seiner Rückkehr ersetz er den Briten L. Hearn als Dozenten an der angesehenen Tôdai-Universität.

Seit 1905 prägt sich im Literaturzirkel mit anderen Nachwuchsschriftstellern seine eigene schriftstellerische Ader aus. Er veröffentlicht unter anderem seine Wohl populärste Prosa Geschichte „Wagahai wa neko de aru“ (etwa: „Ich bin eine Katze/ ein Kater“ oder „Ich, die Katze/der Kater“) in der Literaturzeitschrift „Hototogisu“ und die Geschichten „Botchan, Kusamakura, Nihyaku tôka“.

Im Jahr 1907 beginnt er seine Arbeit für die große japanische Tageszeitung „Asahi Shinbun“, in der er seine Erzählungen „Kôfu“, „Sanshirô“ und „Sorekara“ veröffentlicht.

Ab 1910 leidet er unter schweren gesundheitlichen Problemen. Trotzdem schreibt er in dieser Zeit viele literarische Meilensteine der modernen, japanischen Literatur: „Mon“, „Higan-sugi made“, „Kôjin“, „Kokoro“ und „Michigusa“.

Im November 1916 stirbt NATSUME Sôseki durch Magenbluten. Sein letztes Werk „Meian“ bleibt unvollendet.

Sôsekis Stil ist unter anderem durch kulturelle Ambivalenz geprägt. So behandeln seine Erzählungen oft den Gegensatz der Gruppe und dem Individuum. Auch das Spannungsfeld zwischen dem japanischen Phänomen des uchisoto, sowie die Gegensätze zwischen alt und neu und Westen und Osten wird häufig aufgegriffen. Die Zerissenheit seiner Protagonisten mündet häufig in Resignation oder Selbstmord. Hierbei ist auffällig, dass er im Gegensatz zu den Naturalisten eine starke Skepsis und Moralität an der Zivilisation seiner Zeit in seine Werke einfließen ließ.

NATSUME Sôseki hatte einen starken Einfluß auf ihm nachfolgende, moderne Literaten wie unter anderem AKUTAGAWA Ryûnosuke, KUME Masao und MATSUOKA Yuzuru

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