Heiße Sommer in Tôkyô

Hitzeinseln in Großstädten

Heiße Sommer in Tôkyô

Dem japanischen Umweltministerium zufolge haben sich die Gesamtstunden, in denen die Lufttemperatur in den Großstädten Tôkyô und Nagoya über 30 °C lag, alleine im Zeitraum zwischen 1980 und 2000 nahezu verdoppelt. Wurden in Tôkyô 1980 lediglich 168 Hitzestunden gezählt, waren es im Jahr 2000 bereits 357 Stunden. In Nagoya nahmen die über 30°C- Stunden im gleichen Zeitraum von 227 Stunden auf 434 Stunden zu. Im nördlichen Sendai haben sich die auffällig warmen Stunden sogar verdreifacht: von 30 Stunden auf 90 Stunden.
Wissenschaftler beobachteten, dass nicht nur die Sonnenstunden an sich zunahmen, sondern auch die maximalen Temperaturen: Am 24. Juli 2000 wurden in den mittelgroßen Städten Maebashi und Shizuoka Temperaturen von über 40 °C gemessen. In Tôkyô und Nagoya kletterte an diesem Tag das Thermometer auf unerträgliche 38° Celsius. Viele Menschen wurden in Folge der Hitze ins Krankenhaus eingeliefert.

An heißen Tagen speichern die Großstädte die Hitze tagsüber im Asphalt, dem Beton, in Gebäuden und im Zement. Nach Sonnenuntergang bleibt es in den Städten weiterhin warm, da die Städte abends die Hitze aus der Bausubstanz langsam wieder abgeben.

Wenn die Temperaturerhöhung im Jahresmittel von ca. einem Grad bis zwei Grad im Stadtbereich liegt, entstehen 50% mehr Kohlendioxyd durch die Haushalte, z.B. aus dem Ausstoß der Klimaanlagen, und 30% mehr durch den Straßenverkehr. Wenn der Ausstoß von Kohlendioxyd um 20% ansteigt, steigt in Zentral-Tôkyô auch die Lufttemperatur an einem Tag mit über 30 °C um etwa 1 °C an. Es wird also noch heißer. In diesem ungünstigen Kreislauf der sogenannten Hitzeinsel beeinflussen sich Menschen und Umwelt gegenseitig. Klimatologen befürchten, dass das Phänomen der Hitzeinseln mit drückender, ungesunder Luft noch zunehmen wird.

Würde dagegen der Kohlendioxydausstoß um 50 Prozent reduziert werden, hätte dies auch einen direkten Einfluss auf die Lufttemperatur: Diese würde um bis zu 20 Prozent fallen. An einem Tag mit Temperaturen von über 30°C würde dies eine Abkühlung von bis zu 0,7 °C Grad betragen.
In der Diskussion stehen auch spezielle Straßenpflasterungen, bei denen die Straße – ähnlich warmem Wasser in einem Heizkörper – mit kaltem Wasser unterflossen werden würden, um eine Abkühlung der Stadt zu bewirken. Zudem wären Bepflanzungen und Grünflächen auf den Dächer der Häuser denkbar, die dadurch zu einer Temperatursenkung führen, dass der durch die Pflanzen entstehende niedrigere Luftdruck kühlere Luft anzieht.

Mittelfristig müssen in jedem Fall Maßnahmen zur Temperatur- und CO²- Senkung ergriffen werden, um der im Klimavertrag von Kyôto beschlossenen Kohlendioxidsenkung nachkommen zu können. Japan muss zur Einhaltung der Vereinbarungen eine Senkung von mindestens 0,4 Prozent erreichen

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